Die Höchste Eisenbahn

Bernd Begemann hat einen Text über das aktuelle Album der Berliner Popgruppe, „Wer bringt mich jetzt zu den anderen”, geschrieben und aus diesem soll hier nun schamlos ausführlich zitiert werden. Er schreibt davon, dass die Musik der Höchsten Eisenbahn an einigen Stellen „aufschwingt”, sie verlasse dann „die Trampelpfade von dem, was wir unter ,Popmusik’ hinzunehmen gelernt haben.” Weiter im Text fragt er: „Wer sonst verbindet die Pop-Finesse einer Band wie Steely Dan mit Indierock-Lässigkeit und der Sentimentalität eines betrunkenen Straßenmusikers?” Und der beste Satz: „Auf ihrem neuen Album haben sie nur zwei Themen, nämlich was wir so tun und wie sich das dann anfühlt.” Es gibt eine Leichtigkeit bei der Höchsten Eisenbahn; nicht im Inhalt ihrer Texte – der ist in der Regel gewichtig und ernst – aber in deren Darbietung: Worte werden gemurmelt und gemault, mit fast völligem Verzicht auf die Klänge von Konsonanten, am Ende einer Zeile fallen die Stimmen in ein Tief. Und es gibt die Leichtigkeit in der Musik: in den Akkorden, die nach kleinen Irrfahrten sich sauber auflösen, in den sachte glitzernden Klangfarben der E-Gitarre, in der nach Proberaum klingenden Produktion, und eben in den betont nachlässig hingeworfenen Gesangsfiguren. Sie singen nicht „Ich liebe dich”, sie singen „Ich lieb’ dich”, und das ist der Unterschied.